Weinender Clown Special 10: So Ein Clown

Oft werde ich gefragt, wieso ich eigentlich irgendwann angefangen hab zu rappen und die Antwort darauf konnte und wollte ich nie so richtig geben. Doch wie dem auch sei, So Ein Clown ist irgendwo die Antwort bzw. mein Verrat geworden.

Ich denke, es ist nicht ganz einfach zu glauben wenn ich sage, dass es im wahrsten Sinne des Wortes ein Song ist, bei dem ich nicht Nachdenken musste. Ganz ehrlich – weder über die Struktur, noch über den Flow, Klang oder über was auch immer. Ich habe nicht mal versucht zu reimen. Ich schrieb diesen Song wie einen Aufsatz einfach so runter und für mich selbst war es ein echt komisches Erlebnis, dass es dann überhaupt ein Track wurde.
Das wirklich Schlimme an der ganzen Geschichte ist aber, dass ich erst im Nachhinein immer merk, was ich überhaupt geschrieben hab. Erst dann versteh ich Dinge die um mich herum passieren. Davor hab ich irgendwie gar kein Empfinden dafür – irgendwas passiert, irgendwie ist es mir klar, aber irgendwie dann doch nicht. Dann hör ich den Song an und erfahre mehr von ihm als von mir selbst, dabei höre ich mein eigenes Lied. Ja, das klingt eigenartig, aber so ist es leider und die Frage ist nun, was würd ich denn wissen und wo würde ich denn sein, wenn ich eben nicht rappen würde…

Inhaltlich beschreib ich im Grunde eine (“normale”) Woche von mir im Zeitraffer – mit quasi allem was dazu gehört, was mir meine Stimmung bereitet.
Der Song hat natürlich einen ernsten Ton und ich denke, er bringt jeden zum Nachdenken. Allerdings glaube ich, dass die wirkliche Intention des Songs nicht so direkt rüberkommt. Ich mein, ich weiß nicht, was sich der Einzelne denkt, aber wenn ich sage, dass es im Song in Endeffekt nur um Sehnsucht geht, dann wird sich der ein oder andere das Ganze vielleicht nochmal in einem anderen Licht anhören.
Wonach aber Sehnsucht wenn man offensichtlich alles hat? Klar, rhetorische Frage – irgendwas scheint ja doch zu fehlen. Aber fehlt es denn wirklich, wenn es keinem so richtig auffällt? Und das ist es eben, die Sehnsucht, dass jemandem das auffällt, was keinem auffällt bzw. dass man jemandem von dieser einen Sache, die man nur selbst weiß, (erst mal überhaupt) erzählen kann und vor allem, dass man das dann auch noch will…die Sehnsucht danach, eben diese eine Person zu finden und der Wunsch, dass sie dir ohne Vorurteile begegnet, dich nicht mit Erfahrungen oder sonst was vergleicht und dass sie vor allem merkt und dir glaubt, dass du zu ihr so ehrlich bist, wie geht nicht mehr.
Vielen Menschen scheint sowas leicht zu fallen und sie “finden” immer wieder jemanden – ich wünschte ich wär einer davon, aber ich bin halt nur so ein Clown.

Was ich auch ganz ehrlich etwas beängstigend finde ist, dass sich im Nachhinein viele Songs oder viele Aussagen in Songs, die ich im Grunde unbewusst über mich treffe, früher oder später erfüllen. Als wär ich mein eigener Prophet, der mich selbst auf ein Unheil vorbereitet. So war es seit meinem allerersten Song und so passiert es gerade mit diesem.
Ich glaube im Unterbewusstsein kommt man eben immer vor dem Bewusstsein an einem Punkt an und bei jedem äußert sich das eben anders. Bei mir in den Texten, bei irgendjemand wächst ein Pickel. Manche merken es rechtzeitig, andere zu spät. Die einen können was dagegen tun, andere nicht. Von Mensch zu Mensch verschieden…

Ich weiß nicht, was passiert, wenn sich die “Prophezeiung” dieses Songes erfüllt. Ich hoffe ich werde es nie erfahren. Aber es gibt ja genug andere Songs von mir die darauf (schon seit langer Zeit) eine Antwort hätten…hahahaha!

Auf jeden genug psydo Philosophengequatsche jetzt! Als Entschuldigung bei allen Lesern, unterstütz ich die Piraterie gegen mich und verweise auf einen YouTube Link den ich zu diesem Song gefunden hab. Viel Spaß!
EDIT: Die Lyrics sind nun auf Wunsch in den Kommentaren.


2 Antworten to “Weinender Clown Special 10: So Ein Clown”


  • Kommentar from Beks

    So Ein Clown

    Seit Jahren versteh ich irgendwie die Welt nicht mehr
    Ich bin ein irgendwer, bei dem das Drama scheinbar in den Genen währt
    Meine Mama kommt ganz langsam näher
    Ich lach sie an doch sie weiß gleich mir fällt schon länger dieses Lachen schwer
    Und ich beginne mit der inneren Stimme zu reden
    Und sie erzählt mir es beginnt immer schlimmer zu werden
    Und sie rät mir mich ganz schnell in nen Flieger zu setzen
    Und solang zu fliegen bis ich mal auf dieser Insel sitze
    Wieder ne lange Nacht, wieder die ganze Nacht
    Hab ich kaum geschlafen und war wieder lange wach
    Mein Leben ist wie ein einziger Tag
    Und darum kenn ich von dem Datum eigentlich immer nur die Zahl vom Jahr
    Und in der Küche mach ich mir dann wie immer mein Frühstück
    Ein Glas Saft und alte Chips aus meim Zimmer sind üblich
    Dann geh ich in die Uni, es kommt mir vor als würd ich
    Mich selber lynchen, denn ich fühl mich wie ne falsche 50
    Es macht depressiv, ich werde destruktiv
    Zum Mittag ess ich dann ne Packung Dextro Energie
    Und dann mach ich Musik, bis meine Eltern dann kommen
    Sie fragen wie es mir geht und ist denn alles in Ordnung
    Ich sag alles gut, und mach den beiden Mut
    Ich mach es so gut dass dann sogar meine Augen glühen
    Abends bin ich Heath, ich setz mich an den Tisch
    Und während wir essen mach ich Witze so als wärs n Witz

    Chorus:
    Es ist witzig in dem Raum mit dem Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf
    Und man hört immer nur Applaus für den Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf

    Ich schau wieder Simpsons um 6 und spreche mit ihnen den Text
    Denn ich kenn jede Folge so, als wärs mein eigner Rap
    Ich flieg im Liegen an Spiegel und an den Zeiten vorbei
    Guck auch um 7 Pro7 man erklärt dort irgendein Scheiß
    Und meine Mutter kommt mal wieder in mein Zimmer herein
    “Nein, kein Hunger” ich reagier bei ihr mal wieder gereizt
    Wir diskutieren und im Inneren tut es mir eigentlich leid
    Doch ich verlier meine Geduld und fange dann an zu schreien (Lass mich in Ruhe Mom!)
    Ne Stunde später ist das Ganze aber wieder vergeben
    Wir chillen zusammen und lachen über die Wisteria Lane
    Dann kommt mein Vater und ich zock ne Runde Videogames
    Bevor, wir dann Fußball schauen und über Lionel reden
    Das ist ein wunderschönes Leben und trotzdem spür ich ne Leere
    Eben war alles ok, Alter Kirill wie geht des?
    Dafür muss ich mich schämen, deshalb lass ich alle sehen
    Was sie alle so sehen, wenn sie mich alle sehen
    Chorus:
    Es ist witzig in dem Raum mit dem Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf
    Und man hört immer nur Applaus für den Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf

    Die ganze Nacht bin ich dann unterwegs
    Ich geh feiern und trink dabei mindestens ne ganze Flasche Jack
    Dann wach ich auf in einem falschen Bett
    Und neben mir liegt eine Tussi ich glaub ich hatt mit der Schlampe Sex
    Ich wills es gar nicht wissen und ich schleich mich leise weg
    Und auf der Heimfahrt denk ich wen hab ich da abgeschleppt
    Hab ich Kondom gecheckt? Nachher hat die Alte Aids
    Doch am meisten hoff ich dass sie nicht die eine kennt
    In die ich mich verliebt, die sich in mich verliebt
    Obwohl ich echt nicht glaub, dass sowas mal echt passiert
    Das ist übel stier, ich hab zwar all diese Frauen
    Die mich alle so toll finden doch ich find keine die ich auch lieb
    Weil die eine nicht aussieht und die andre nicht schlau ist
    Und die dritte nicht drauf ist, wie ichs Supermann brauche
    Und das alles das schlaucht mich, doch ich lach es nach Außen
    Aber nicht nur als Ausweg, ich finds wirklich echt launig

    Chorus:
    Es ist witzig in dem Raum mit dem Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf
    Und man hört immer nur Applaus für den Clown
    Denn man glaubt – nur seinem Lachen nicht den Augen
    Doch, wenn man in sie tiefer schaut, sieht man auch
    So ein Clown, hat nur, etwas Make-Up drauf

  • Kommentar from Follow

    Einfach spitze!
    Vielen vielen Dank!


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