Die grundlegende Idee für Mein Krieg war das Thema Schlaflosigkeit. Ich hatte bereits auf pop|rap in dem Track “Für Mich” das Ganze angesprochen. Es war einfach so, dass ich irgendwann aufgehört hab zu schlafen. Das war ziemlich krass, denn früher konnte ich immer und überall pennen – wie auf Knopfdruck. Dass man mit dem Alter weniger schläft, ist normal, aber bei mir war der Unterschied so gewaltig, dass ich in den ersten paar Monaten gar nicht damit klar kam und fast verrückt wurde. Aber es scheint, dass sich der Mensch an alles gewöhnt und heute merk ich gar nicht mehr so wirklich, dass ich zu wenig bzw. scheiße schlafe. Man kann es sich so vorstellen: Die Augen sind mal zu, mal offen, ich dös, aber krieg alles um mich herum mit und es läuft irgendwie ein komischer Film ab, mit Bildern die keinen Sinn machen, aber sich auf meinen Alltag beziehen und irgendwann klingelt der Wecker und ich weiß gar nicht mehr was nun eigentlich war. Dieses Gefühl hab ich mit folgender Zeile beschrieben:
(…)
wenn ich alleine da lieg
Seh ich rote Lichter die wie Sterne leuchten
In meiner Ferne ich kann nicht mal mehr von Träumen träumen
Meine Augen sind offen aber der Kopf ist geschlossen
Als wär ich halb tot geschossen und es dauert noch Wochen
Bis sie mich finden in der Gosse
(…)
Jaja, das klingt alles nicht so toll, aber kommt mir nicht mit Psychogequatsche bitte. Zum einen bin ich kein Pillenjunkie oder so geworden, zum anderen ist es so, dass es eine Person gibt bei/neben der ich schlaf wie ein Baby . Kein Plan wieso, wird wohl ein Grund dafür geben. Leider durft ich aber von nun auf jetzt nicht mehr zu ihr…das ist echt schlimm. Doch trotzdem, Schlaf ist theoretisch möglich…
Aber wie gesagt, Schlaflosigkeit ist nur die Grundlage und das Kriegsbild benutzte ich metaphorisch, weils für einen eigentlich sinnlosen Kampf steht. Das Hauptthema des Tracks ist jedoch das, dass viele Menschen meinen, wenn sie das sehen, was sie sehen, es sonst nichts anderes gibt. Sie spielen den Besserwisser, ohne wirklich Ahnung. Man denkt, wenn jemand äußerlich ok ist, dann kann es nichts geben was ihm zu schaffen macht. Sie sind dann sogar neidisch auf einen und regen sich auf und erzählen überall, wie schlecht es doch bei ihnen läuft, dabei ist es meist Heuchelei.
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Sie meinen sie wüssten es besser doch sie wissen von gar nix
Werfen mit Steinen auf Fassaden und das ist die Tragik
Ja, wenn man mir zuschaut, sieht mein Leben sehr gut aus
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Irgendwo ist so etwas bitter, wenn man weiß wie es einem geht, darüber nicht redet, aber dann Sachen zu hören bekommt, als wär man der Undankbarste der Welt. Manche müssen es irgendwie sehen, dass es anderen schlechter geht – sie können es einfach nicht ab…
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Ja, wo ist mein Krieg? Wo ist die Front die davon spricht?
Damit jeder dann sieht was fürn Soldat ich doch bin
Der Commander In Chief ohne politischen Mist
Ich schicke keinen voraus, ich kämpf selber mein Krieg
Ich zieh keinen hinein, schon gar nicht die die ich lieb
Stell mich alleine dem Feind – wenn ich alleine da lieg
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Trotz allem, sprech ich die Dinge im Detail nicht wirklich an. Es geht um das Ganze – das Ergebnis von allem. Was mich dazu gebracht hat, weiß vielleicht nur ich und vielleicht will ich es nicht unbedingt erzählen, aber es mir erklären kann auch ich, es trotz allem nicht so wirklich.
(…)
Ich frag mich was, hat mich denn dazu gebracht
Ich bin immer Morgen, fühl aber nur noch Nacht
(…)
Deshalb diese Hookline und deshalb der Bezug auf Schlaflosigkeit: Man sieht sie keinem an. Klar, vielleicht sieht man dadurch mitgenommen aus, aber so wirklich kann man es nicht erkennen. Es gibt genug, die 12 Stunden täglich schlafen und kacke aussehen…
Aber wenn du dann jeden Tag den Eindruck eines “Helden” machst, dann bist du irgendwann für alle einer – nur nicht für dich selbst…
(…)
Es ist dunkel im Licht, wenn das Licht dich nicht sieht
Sondern nur auf dich scheint und nicht weiß wer du bist
(…)
Das alles ist, ganz ohne Drama, wirklich nicht einfach und es geht immer weiter. Irgendwann braucht man einfach eine Pause vom “Leben”. Die bietet uns irgendwo der Schlaf…was aber wenn man keinen haben kann?!
(…)
Wie bei Grishams die Jury sitz ich zwischen den Stühlen,
Dreh mich zwischen Gefühlen, denk und wische mir müde
Über grüne Augen – denn diese Schwere ist laugend
Mann ich kann wirklich nicht mehr – ich brauch vom Leben ne Pause
(…)
NACHTRAG:
Die zwei “Skips” am Anfang und am Ende, sind keine CD-Fehler! Ich wälz mich anfangs im Bett, mach das Mic an (klick), rap und dann mach ichs aus (klick) und wälz mich erneut im Bett. Sollte quasi die Entstehung aus der Schlaflosigkeit darstellen.
Und die Anspielung auf “Zombies” in der Endmelodie erklärt sich wenn man den Song kennt…Zombies im Kopf eben…
